Pressemitteilung zum Szenarienworkshop

Pressemitteilung zum geplanten „Szenarienworkshop“ KUNST- UND KREATIVWIRTSCHAFT IN DER POTSDAMER MITTE

Die Landeshauptstadt Potsdam möchte in einem Szenarienworkshop untersuchen, wie eine dauerhafte Verortung von kulturellen und kreativwirtschaftlichen Nutzungen in der Potsdamer Innenstadt erreicht werden kann. Der Workshop soll von der Consultingfirma „Unity“ moderiert werden.

Zu diesem Planungsstand möchten wir als Bündnis Stadtmitte für Alle wie folgt Stellung nehmen:

Grundsätzlich sind wir sehr erfreut, dass das Thema Kunst- und Kreativwirtschaft ernst genommen wird und nach dauerhaften Lösungen gesucht wird. Wir sehen dies als Bestätigung für das langjährige Engagement der Initativen Kulturlobby Potsdam, Potsdamer Mitte neu denken und des Bündnisses Stadtmitte für Alle, aber auch der engagierten Nutzer- und Unterstützer*innen des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum Potsdam.

Zugleich haben wir erhebliche BEDENKEN am vorgestellten PROZESSDESIGN:

– BEDARFSERMITTLUNG: Es ist nicht erkennbar, an welcher Stelle eine objektive Erhebung der tatsächlichen Bedarfe vorgesehen ist. Der momentane Vorschlag zielt augenscheinlich darauf, lediglich einen Ersatz für die heutige Nutzung des Rechenzentrums zu schaffen.

– Wichtige AKTEUR*INNEN FEHLEN: Der derzeitige Entwurf des Workshop legt fest, das alle relevanten Akteur*innen beteiligt sein sollen. Dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings keineswegs gegeben – lediglich eine Vertretung der Nutzer*innen des Rechenzentrums ist vorgesehen. Funktionen wie Bandprobenräume und Werkstätten, aber auch Räume für Kultur und Nachtleben sind bislang nicht berücksichtigt.

– Stiftung GARNISONKIRCHE: Keineswegs nachvollziehbar ist, warum die Stiftung Garnisonkirche im Prozess vertreten sein soll: Der Workshop soll die Nutzung von Flächen verhandeln, die nicht im Eigentum der Stiftung stehen. Eine Einmischung der kirchlichen Stiftung in kommunale Angelegenheiten lehnen wir grundsätzlich ab.

– ZEITRAHMEN: Der vorgegebene Zeitrahmen ist zu eng und lässt den beteiligen Akteur*innen / Mandatsträger*innen kaum die nötige Zeit, Rücksprache mit den von ihnen vertretenen Gruppen zu halten.

Unsere Forderungen für das weitere Vorgehen:

– EINBEZUG WEITERER AKTEUR*INNEN: Der Rat für Kunst und Kultur und eine Vertretung der Musiker*innen müssen einbezogen werden.

– ENGAGEMENT würdigen: Die Initiative Potsdamer Mitte neu denken und das Bündnis Stadtmitte für Alle müssen vertreten sein: Beide setzen sich dafür ein, Funktionen in der Potsdamer Mitte zu verorten, die in den bisherigen Planungen nicht vorgesehen sind: Räume für künstlerisches und kreatives Schaffen, Räume für Austausch und Begegnung. Die Teilnahme beider Gruppen ist deshalb dringend geboten, wenn über Funktionen der Potsdamer Mitte bzw. neu über die Entwicklung der Plantage gedacht werden kann.

– BEDARFSERMITTLUNG: Eine objektive Ermittlung und Analyse der unterschiedlichen Bedarfe muss am Anfang des Prozesses stehen.

– Keine DENKVERBOTE: Ein Nachdenken über einen zumindest teilweisen Erhalt des Rechenzentrums muss möglich sein. Dies betrifft insbesondere die Teile des Hauses, die nicht zum Grundstück der Stiftung Garnisonkirche gehören bzw. in kommunaler Hand sind. Auch Flächen jenseits des Areals Feuerwache / Langer Stall müssen besprochen werden können.

André Tomczak
für das Bündnis Stadtmitte für Alle

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3 Kommentare

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  3. Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! 🙂

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