unsere Bilanz – FH im Spotlight am 24.2.’18

„FH im Spotlight – Fest der MögLICHTkeiten“ beleuchtet die riesigen Potenziale des FH-Gebäudes

Pressemitteilung vom 24.02.2018

Bündnis „Stadtmitte für Alle“ zieht positive Bilanz – Abriss und Privatisierung noch zu stoppen!

Rund 1200 PotsdamerInnen haben heute trotz eisigem Ostwind auf dem Alten Markt das „Fest der MögLichtkeiten“ gefeiert. Sie fordern, dass der Abriss des FH-Gebäudes sofort gestoppt wird, nachdem die Schadstoffe nun entfernt wurden. Rechtlich, technisch wie auch finanziell ist dies noch möglich. “In dem Gebäude wollen wir – ganz nach dem Konzept einer sozial orientierten und behutsamen Stadtentwicklung – ein Haus der Stadtgesellschaft umsetzen, das Raum bietet für gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Angebote”, so André Tomczak, Sprecher des Bündnisses “Stadtmitte für Alle”. Mit dem Fest zeigten die Veranstalter und Gäste Wege einer partizipativen Stadtentwicklung auf, welche die Belange aller Potsdamer*innen berücksichtigt – und auch kommenden Generationen Spielräume lässt.

Hier findet ihr unsere Bildergalerie.

Ein buntes Festprogramm mit zahlreichen Liedermacher-Bands, Workshops, Poesie und einem “Markt der Möglichkeiten” hat gezeigt, wofür das altehrwürdige Bildungs- und Wissenschafts-Gebäude alles dienen könnte – wenn die Potsdamer Stadtverordneten dies wollten:

Das Konzept für das Haus der Stadtgesellschaft sieht studentisches und günstiges Wohnen, Ateliers für Kultur, Künstler und Initiativen, ein Mitmachmuseum, eine Kita, Fortbildungskurse und wissenschaftliche Vernetzung vor. “Dies sind Angebote, die in der schnell wachsenden Landeshauptstadt Potsdam dringend benötigt werden und die der Potsdamer Stadtmitte neues Leben geben würden.” Auch Cafés und eine Partylocation sind geplant, zudem könnte in dem Gebäude auch eine dringend notwendige Erweiterung der Räume der Bibliothek realisiert werden.

 

Unser Gespräch mit den Oberbürgermeister-Kandidat*innen

Tatsächlich scheint es schlecht bestellt um diese zukunftsweisende Idee, die bereits vor zwei Jahren in die Diskussion eingebracht wurde. Es sei denn, die politischen Entscheidungsträger geben sich jetzt doch noch einen Ruck und beschließen den Abrissstopp: In unserer Podiumsdiskussion haben sich – mit  Ausnahme Götz Friedrichs von der CDU – die Kandidat*innen Janny Armbruster (Grüne), Mike Schubert (SPD) und Lutz Böde (DIE aNDERE) bereitwillig den unangenehmen Fragen des Moderators und aus dem Publikum gestellt. Die Kandidatin der Linken, Martina Trauth konnte aus familiären Gründen leider nicht selbst teilnehmen.

 

Während Lutz Boede als Kandidat der aNDEREN den sofortigen Abrissstopp und ein Aussetzen der Privatisierung der Stadtmitte forderte, befürworteten die Kandidat*innen von Bündnis 90/ Die Grünen und SPD weiterhin den Abriss und die geplante Privatisierung und Neubebauung der Potsdamer Mitte. Heftige Diskussionen gab es dabei um die tatsächlichen Möglichkeiten von Bürgerbeteiligung in der Stadt, immerhin gab es zu allen Konfliktthemen in der Stadt abgelehnte Bürgerbegehren und nicht umgesetzte Abstimmungen im Bürgerhaushalt. Interessant war sicher die Information, dass es in der SPD unter einem neuen Oberbürgermeister Schubert vielleicht eine Abkehr vom bisherigen Prinzip geben könnte, städtische Flächen immer nur zu verkaufen. Aber kommt das dann nicht schon zu spät?

Am Ende formulierte Moderator Holger Zschoge die Hoffnung, dass die städtische Politik in Zukunft das Engagement und die Interessen der Stadtgesellschaft ernst nimmt, bereit für einen Dialog auf Augenhöhe ist und die Signale aus dieser tollen Veranstaltung ernst nimmt.

Ein Fest der MögLICHTkeiten – Dank an alle Aktiven

Für das leibliche Wohl gab es heißen Tee, Glühwein und herzhaften Eintopf vom Café “Madia” und aus dem Projekthaus. Beheizte Zelte und das Busprojekt Linie 94, zahlreiche Musiker*innen, darunter die bekannten Potsdamer Bands Ott’n’Geee und Ernstgemeint als Headliner, heizten den Gästen abwechselnd ein oder regten zum Nachdenken und Träumen an.

Nachdem die Wintersonne untergegangen war, begann ein beeindruckendes Lichtspektakel: Das Gebäude wurde mit Beamer- und Laserprojektionen künstlerisch beleuchtet, um seine so akut bedrohte städtebauliche und architektonische Qualität nochmals hervorzuheben. “Im Grunde hat dieses Haus längst einen ebenso hohen Denkmalwert wie seine umgebenden Bauten. Nicht zuletzt, da es Elemente der internationalen Moderne – wie die zurückliegende Arkadenzone und die Wandvorlagen – in Bezug zu den Gebäuden in seiner Umgebung setzt: in der Farbgebung, in der Höhe, im Volumen. In jeder anderen Stadt wäre das Haus längst geschützt”, so Tomczak. „Hier steht der Rohbau für ein gesellschaftliches Zentrum der Stadt. Hier wie sonst nirgends kann vielgestaltiger Austausch zwischen Potsdamerinnen und Besuchern, zwischen Wissenschaft, Kultur und Freizeit verortet werden“.

Das FH Gebäude am alten Markt erstrahlte diesen Samstag in bestem Licht. Hoffen wir, dass es dies unter neuem Namen doch noch lange Zeit tun wird!

Vielen Dank an alle Aktiven, die unser Fest der MögLICHTkeiten durch ihren Einsatz möglich gemacht haben:

Madia PotsdamPotsdam MusikAStA der FH PotsdamAStA der Uni Potsdam, Busprojekt Linie 94Projekthaus BabelsbergAWO Bezirksverband PotsdamStudentisches Kulturzentrum KuZeRosa Luxemburg Stiftung BrandenburgDIE.LINKE PotsdamWähler*innengruppe DIE aNDEREStadtjugendring Potsdam, Die Falken BrandenburgCan You Dig It?BI Pro BrauhausbergDisasterWortrauschHeyohmannErnstgemeintLari und die Pausenmusik, Der Papst, seine Frau und sein PorscheXenorama CollectiveKulturzentrum freiLandFÜR e.V, Braukontor PotsdamBI für ein Potsdam ohne GarnisonkirchePotsdamer Mitte neu denken

Hintergrund und Ausblick

Das Bündnis “Stadtmitte für Alle” ist ein Zusammenschluss von Potsdamer Initiativen und Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen. Es rückt die großen gesellschaftlichen Potenziale der bestehenden Gebäude und Flächen in Potsdams Mitte in den öffentlichen Blick. Das Bündnis fordert und praktiziert öffentliche Mitsprache bei der weiteren Entwicklung der Potsdamer Mitte.

„Stadtmitte für Alle“ hat gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Potsdamer Mitte Neu Denken“, und mit Unterstützung der GLS Bank und der Trias Stiftung im vergangenen Jahr ein Kaufangebot in Höhe von 6 Mio. Euro für das Gebäude vorgelegt, um Gebäude und dazugehörigen Stadtraum in Gemeinbesitz übergehen zu lassen.

Bereits am 23.2. verwahrte sich das Bündnis gegen Vorwürfe der Kandidatin der Grünen, das Kaufangebot sei ein „Fake“ (Wortlaut!). Selbstverständlich gibt es klare und schriftliche Absichtserklärungen der GLS – Bank und der Stiftung Trias. „Es ist schon fast symptomatisch, dass gerade die Grünen in Potsdam nicht mit den sozialen Initiativen und Bündnissen in dieser Stadt reden, sondern sie als Gegner ihrer Stadtpolitik ansehen. Schade. Eigentlich brauchen wir eine solche Partei für eine nachhaltige, behutsame und soziale Stadtentwicklung. Dafür scheinen die Grünen in dieser Stadt nicht zur Verfügung zu stehen – trotz schöner Worte in der Podiumsdiskussion“, so Holger Zschoge, Moderator der Diskussion und Sprecher des Bündnisses „Stadtmitte für alle“. Wir berichten in Kürze mehr!

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Ein Kommentar

  1. Pingback:Kaufangebpt für das FH-Gebäude – Disput mit Janny Armbruster – Stadtmitte für Alle – Potsdam

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.