zur Beschlussvorlage „Räume für Kulturschaffende“

Viele Ergebnisse des Szenarienworkshops werden nicht umgesetzt.

Presseerklärung zur Beschlussvorlage der Stadtverwaltung: „Räume für Kulturschaffende und Kreative – Temporäre Weiternutzung des Rechenzentrums zur Umsetzung des Zielbildes „Kreativ Quartier“.

Letzte Woche haben die Stadtverwaltung Potsdam und der Oberbürgermeister eine Beschlussvorlage zur Zukunft der Kreativwirtschaft vorgelegt.

Hier finden Sie die Beschlussvorlage

Die einfache, grundsätzliche und traurige Zusammenfassung aller vorliegender Unterlagen lautet: Viele Ergebnisse des Szenarienworkshops werden in dieser Beschlussvorlage nicht umgesetzt.

Wir wollen dies an mehreren konkreten Punkten darstellen:

  • Darüber freuten sich die AktivistInnen der Kultur – und Kreativwirtschaft nach dem Szenarienworkshop am meisten: Es wird doppelt soviel Fläche geben wie bisher im Rechenzentrum! Jetzt ist klar: In der Beschlussvorlage steht: 20.000 m² Bruttogeschossfläche, davon die Hälfte für die KKW – das heißt also, die künftige reale Nettonutzfläche ist nur ganz geringfügig größer als heute, nämlich knapp 7000 m².
  • Dabei bleibt es weiter völlig unklar, welche Fläche nun überhaupt gemeint ist: In der Beschlussvorlage steht Langer Stall/ Feuerwache, in der Begründung Plantage – gehört nun die Fläche des heutigen Rechenzentrums dazu?
  • Dazu kommt: Für die Machbarkeitsstudie soll ein „spitzes Profil“ definiert werden, sprich, sich auf „bestimmte Branchen der KKW fokussiert werden“. Damit ist klar, andere wichtige Gruppen wie die Musiker werden im neuen Quartier von Anfang an keine Berücksichtigung finden. Auch das war im Szenarienworkshop anders formuliert.
  • Wie von uns befürchtet werden die Aktiven der KKW nur unzureichend in den weiteren Prozess eingebunden. Ihre Mitarbeit an der Machbarkeitsstudie ist „denkbar“, steht in der Beschlussvorlage. Auch die Tatsache, dass die Stadt seit Wochen Gespräche mit den VertreterInnen des KKW / dem Kosmosbüro führt und dann die vorliegende Beschlussvorlage völlig ohne Abstimmung mit diesen einbringt macht uns wenig Hoffnung für die Zukunft.
  • Statt dessen soll in die weitere Entwicklung des Quartiers in einer Lenkungsgruppe natürlich wieder die Stiftung Garnisonkirche eingebunden werden! Warum denn das? Was haben VertreterInnen dieser Stiftung zur Entwicklung eines Kreativ Quartiers beizutragen?
  • Die Krönung dieser Beschlussvorlage: Quasi durch die Hintertür wird jetzt die Schließung des Rechenzentrums endgültig festgeschrieben! In einem Vertrag und mit der Vorlage wird beschlossen: „Die Nutzung des Rechenzentrums endet am 31.12.2023“. Was im Szenarienworkshop noch als offene Frage behandelt wurde, ist jetzt feststehend. Gekoppelt an die Verlängerung der Nutzung bis zu diesem Zeitpunkt kann man durchaus auch von Erpressung der Kreativen sprechen!

Deshalb ist dieser einzig positive Punkt, dass mit der Beschlussvorlage auch die Verlängerung der Nutzung des Rechenzentrums für die nächsten 5 Jahre festgeschrieben ist, mit einem bitteren Beigeschmack verbunden.

Als Bündnis „Stadtmitte für alle“ hatten wir diese Entwicklung von Anfang an befürchtet. Daraus resultierte unsere Kritik am Szenarienworkshop als eine Art „Feigenblatt“ für das Vorgehen der Stadtverwaltung.

Das diese Befürchtungen fast alle eingetroffen sind, macht uns nicht glücklich.
Wir solidarisieren uns mit den AktivistInnen der Kultur – und Kreativwirtschaft, mit den Kreativen aus dem Rechenzentrum und fordern eine umfassende Überarbeitung der Beschlussvorlage!

Wir fordern die Stadtverordneten auf, der Vorlage in dieser Form nicht zuzustimmen!
Wir fordern eine direkte und verbindliche Einbeziehung der Aktiven der KKW in die Entwicklung ihres Quartiers!

 

Holger Zschoge/ Sprecher des Bündnisses „Stadtmitte für alle“

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