Wer oder was ist die Mitte der Stadt?

Diskussion im Hans-Otto-Theater
mit Harald Asel (rbb Inforadio) und Podiumsgästen
André Tomczak für Stadtmitte für Alle

Montag, 16.04.2018, 19:00 Uhr @ Reithalle Forum

Einladungstext des HOT:

In Potsdam wird seit Jahren heftig um die Gestaltung des Zentrums gerungen: affirmative oder kritische Rekonstruktion der früheren Innenstadt einerseits, Bewahren der Ost-Moderne andererseits. Hinter diesen Debatten verbirgt sich auch ein ungeklärtes Verhältnis der Stadtgesellschaft zu sich selbst. An welche Traditionen soll angeknüpft werden? Wer fühlt sich zugehörig? Welche Rolle spielt weltweite Vermarktung, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohner? Fragen, die nicht nur für Potsdam spezifisch sind, sondern Rolle und Gestalt gewachsener europäischer Städte berühren. Was können Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, aber auch die Künste dazu beitragen? Continue reading

„Stadtentwicklung absurd“

Pressemitteilung vom 05.03.2018 zum Ergebnis des Szenarioworkshops “Kreativwirtschaft in der Potsdamer Mitte”

 

Am 24.02.2018 fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit der letzte Termin eines dreiteiligen Szenarienworkshops zur dauerhaften Verortung der Kreativwirtschaft in der Potsdamer Mitte statt. Im Ergebnis soll im Bereich der ehemaligen Feuerwache ein Neubau entstehen, der 10.000qm Fläche für kreativwirtschaftliche Nutzungen und weitere 10.000qm für Wohnen und Gastronomie bietet. Zu dieser Entwicklung und dem Beschluss des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche, die Zwischennutzung des Rechenzentrums als Kunst- und Kreativhaus trotz dieses Ergebnisses nur für “ein bis zwei Jahre” zu ermöglichen, nehmen wir wie folgt Stellung:

„Stadtentwicklung absurd“

 

Während am Alten Markt ein intaktes Gebäude mit einer flexibel veränderbaren Stahlbeton-Skelettkonstruktion und über 18.000qm Fläche abgerissen wird, soll nun auf dem ehemaligen Gelände der Feuerwache / im Bereich Langer Stall ein Neubau in fast identischer Größenordnung realisiert werden.

Continue reading

Kaufangebot für das FH-Gebäude – Disput mit Janny Armbruster

Im Zusammenhang mit unserer Veranstaltung „FH im Spotlight“ am 24.2.2018 kam es zu einem längerem e-Mail-Disput zwischen Janny Armbruster, Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidatin von B90/ Die Grünen in Potsdam und Holger Zschoge, Sprecher des Bündnisses „Stadtmitte für alle“. Frau Armbruster wirft dem Bündnis hier Lügen und „Fake news“ vor.

Janny Armbruster und Holger Zschoge am 24.2.2018 bei der Diskussion zu „FH im Spotlight“

Da Frau Armbruster ihre Positionen in Presseerklärungen und auf Plattformen der Grünen öffentlich gemacht hat, möchten wir nun die gesamte Korrespondenz öffentlich machen.

Continue reading

unsere Bilanz – FH im Spotlight am 24.2.’18

„FH im Spotlight – Fest der MögLICHTkeiten“ beleuchtet die riesigen Potenziale des FH-Gebäudes

Pressemitteilung vom 24.02.2018

Bündnis „Stadtmitte für Alle“ zieht positive Bilanz – Abriss und Privatisierung noch zu stoppen!

Rund 1200 PotsdamerInnen haben heute trotz eisigem Ostwind auf dem Alten Markt das „Fest der MögLichtkeiten“ gefeiert. Sie fordern, dass der Abriss des FH-Gebäudes sofort gestoppt wird, nachdem die Schadstoffe nun entfernt wurden. Rechtlich, technisch wie auch finanziell ist dies noch möglich. “In dem Gebäude wollen wir – ganz nach dem Konzept einer sozial orientierten und behutsamen Stadtentwicklung – ein Haus der Stadtgesellschaft umsetzen, das Raum bietet für gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Angebote”, so André Tomczak, Sprecher des Bündnisses “Stadtmitte für Alle”. Mit dem Fest zeigten die Veranstalter und Gäste Wege einer partizipativen Stadtentwicklung auf, welche die Belange aller Potsdamer*innen berücksichtigt – und auch kommenden Generationen Spielräume lässt.

Hier findet ihr unsere Bildergalerie.

Continue reading

FH im SPOTLIGHT – Fest der MögLICHTkeiten

Sa. 24. Februar 2018 rund um das FH-Gebäude am Alten Markt

FH im Spotlight – Fest der MögLICHTkeiten

Lichtinstallationen – Projektionen – großes Rahmenprogramm
Das frühere FH-Gebäude Potsdams neuem Alten Markt wurde in den vergangenen Monaten von Schadstoffen befreit. Es kann nun saniert und als Haus der Stadtgesellschaft für soziale, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke nachgenutzt werden – Abriss und Privatisierung sind noch zu stoppen. Unsere Festveranstaltung „FH im Spotlight“ wird die bestehenden Bedarfe und die Qualitäten und Potenziale des Gebäudes für eine sozial orientierte und behutsame Stadtentwicklung buchstäblich beleuchten.

Mit dem Motto „Ein Fest der MögLICHTkeiten“ und einem bunten Programm zeigen wir Wege einer partizipativen Stadtentwicklung auf, welche die Belange aller Potsdamer*innen berücksichtigt – und auch kommenden Generationen Spielräume lässt. Eine Podiumsdiskussion mit den Oberbürgermeister-Kandidaten, Konzerte, Bühnenspektakel, Workshops, heiße kulinarische Köstlichkeiten und ein Markt der Möglichkeiten zeigen beispielhaft, was das FH-Gebäude alles KANN, aber nicht leisten DARF. Das Haus wird mit Projektionen und Lichtinstallationen künstlerisch illuminiert, um seine städtebaulichen Qualitäten hervorzuheben und die aktuelle Abriss-Politik kritisch zu hinterfragen.

Das vorläufige Programm – zieht euch warm an!

15.00 Uhr: Begrüßung und Kindertanz
15.30 Uhr: Disaster (Post-Grunge-Liedermaching aus Potsdam) gefolgt von Wortrausch (Pop-Rock aus Potsdam) und Heyohmann (stimmungsvolle Akustik aus Potsdam)
17.30 Uhr: Fragerunde mit Oberbürgermeisterkandidaten
dann Ott n Geee (Ska-Punk-Raggae-Liedermaching aus Potsdam)
19.00 Uhr: Open Mic
19.45 Uhr: Ernstgemeint (Potsdams berühmtestes Liedermachertrio)
20.30 Uhr: Lari und die Pausenmusik (Liedermaching-Akustik-Rock aus dem Wedding) gefolgt von Der Papst, seine Frau und sein Porsche (Experimenteller Liedermacher-Jazz aus Berlin)


Das Bündnis Stadtmitte für Alle lädt alle Potsdamerinnen und Potsdamer ein, am 24. Februar ausgelassen mitzufeiern und so gemeinsam ein Zeichen zu setzen – für den Erhalt und die Umnutzung des FH-Gebäudes und anderer Häuser, für Mitbestimmung in der Potsdamer Mitte, gegen weitere Abrisse und Privatisierung. 

Continue reading

Rückblick 2017 / Ausblick 2018

Ein ereignisreiches jahr 2017 neigt sich seinem Ende. Zeit, dieses aufregende und politische Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf 2018 zu wagen.

Das Bündnis „Stadtmitte für alle“ hat im Jahr 2017 die Konflikte und Probleme der Entwicklung in der Mitte Potsdam auf die Tagesordnung gesetzt. In diesem Jahr wurde endlich wieder über Fragen jenseits von Stadtbild und Ästehtik diskutiert. Völlig unterschiedliche Positionen zur Zukunft der Stadtmitte wurden kennen gelernt, gehört und gelesen. Mit der Auseinandersetzung um das FH-Gebäude wurde sichtbar, wie stark Potsdam gesellschaftlich verbindende Funktionen in ihrem Zentrum braucht und welche Chancen sich für das Land Brandenburg und die Wissenschaftlslandschaft aus einer Nachnutzung des Hauses ergeben können.

Unsere Position bleibt in dieser Frage: Keine weiteren Privatisierungen, keine neuen Kopien einer barocker Fassaden, kein weiterer Abriss nutzbarer Bausubstanz – Stadtmitte für alle! Wir haben wir diese laut und kreativ, inhaltlich gut begründet und mit breiten Netzwerken präsentiert: Wir haben in Protestcamps, selbstorganisierten Bürgerversammlungen, mit Demonstrationen und einem 24-Stunden-Staffellauf auf die gesellschaftlichen Fragen in der Mitte aufmerksam gemacht und für Mitbestimmung gestritten. Mehrere Tausende Menschen haben sich beteiligt, die Aktion der „mundtot Gemachten“ und die Zeitung „Hallo Potsdam“ wurden in ganz Potsdam bekannt.

Continue reading

Offener Brief zum Szenarienworkshop – Kreativwirtschaft in der Potsdamer Mitte

Offener Brief zum Szenarienworkshop – Kreativwirtschaft in der Potsdamer Mitte

Sehr geehrter Herr Jakobs,
sehr geehrter Herr Kümmel,
sehr geehrte Frau Rabbe,
sehr geehrter Herr Nicke,
sehr geehrter Herr Goerke,

in der kommenden Woche findet die erste Sitzung des Szenario-Workshops „Strategieentwicklung für die Kunst- und Kreativwirtschaft in der Potsdamer Mitte“ statt.
Das Bündnis „Stadtmitte für alle“ fordert Sie hiermit auf, mindestens eine Vertreterin bzw. einen Vertreter unseres Bündnisses zu diesem Workshop einzuladen.

 Das Bündnis Stadtmitte für Alle setzt sich dafür ein, Funktionen in der Potsdamer Mitte zu verorten, die in den bisherigen Planungen nicht vorgesehen sind: Räume für künstlerisches und kreatives Schaffen, Räume für Austausch und Begegnung, Räume die die wachsende Stadtgesellschaft verbinden. Wenn nun erstmals Möglichkeiten entstehen, Änderungen am bisherigen Konzept zur Neuordnung der Mitte vorzunehmen, ist dies auch unserem bisherigen Einsatz zu verdanken. Unsere Teilnahme ist deshalb dringend geboten.

Continue reading

Pressemitteilung zum Szenarienworkshop

Pressemitteilung zum geplanten „Szenarienworkshop“ KUNST- UND KREATIVWIRTSCHAFT IN DER POTSDAMER MITTE

Die Landeshauptstadt Potsdam möchte in einem Szenarienworkshop untersuchen, wie eine dauerhafte Verortung von kulturellen und kreativwirtschaftlichen Nutzungen in der Potsdamer Innenstadt erreicht werden kann. Der Workshop soll von der Consultingfirma „Unity“ moderiert werden.

Zu diesem Planungsstand möchten wir als Bündnis Stadtmitte für Alle wie folgt Stellung nehmen:

Grundsätzlich sind wir sehr erfreut, dass das Thema Kunst- und Kreativwirtschaft ernst genommen wird und nach dauerhaften Lösungen gesucht wird. Wir sehen dies als Bestätigung für das langjährige Engagement der Initativen Kulturlobby Potsdam, Potsdamer Mitte neu denken und des Bündnisses Stadtmitte für Alle, aber auch der engagierten Nutzer- und Unterstützer*innen des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum Potsdam.

Zugleich haben wir erhebliche BEDENKEN am vorgestellten PROZESSDESIGN:

Continue reading

‚Mehrere Geschichten haben dürfen‘

„Der preußische, der nationalsozialistische und der Umgang der DDR mit der Garnisonkirche haben etwas gemeinsam. Der Philosoph Odo Marquard würde jeweils von einem „Mono-Mythos“ sprechen – „nur eine Geschichte haben dürfen“. Die Gewaltenteilung in der Bundesrepublik beruht laut Marquard jedoch darauf, dass mehrere gesellschaftliche Mythen koexistieren. „Mehrere Geschichten haben dürfen“ ist für ihn ein konstituierender Aspekt demokratischer Freiheit.“

 

Zu den gesellschaftlichen Fragen im Konfliktfeld ‚Rechenzentrum – Bau der Garnisonkirche‘  empfehlen wir diesen Artikel von Dina Dorothea Falbe auf moderne-regional.de

(c) Bild oben: Screenshot von http://www.moderne-regional.de/potsdam-gott-schuetze-dieses-haus/

Stellungnahme – keine Subventionierung der Garnisonkirche!

Unsere Stellungnahme vom 06.10.2017 zum durch den OB Jann Jakobs eingebrachte Vorlage 17/SVV/0720, welche die Zahlung städtischer Gelder an die Stiftung Garnisonkirche vorsieht sowie zu den anhängigen Vorlagen der Fraktionen Grüne und CDU/ANW.

Subventionierung der Stiftung Garnisonkirche beenden – Beschlüsse einhalten!

„Kein städtisches Geld für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“ liegt auch im aktuellen Bürgerhaushalt mit über 11.000 Stimmen ganz vorn. Der Antrag des Oberbürgermeisters an die Stadtverordnetenversammlung, welcher ab nächster Woche in den Ausschüssen beraten werden soll, ist jedoch ein weiterer Schritt zur Subventionierung der Stiftung Garnisonkirche (GK) durch die öffentliche Hand.

Die Stadt Potsdam hatte bereits das Grundstück, auf dem Turm und Schiff der Garnisonkirche entstehen sollen, an die Stiftung geschenkt. Auch der Erwerb des Rechenzentrums (RZ) durch die Stadt und die Umverlegung der Breiten Straße – beide aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert – stellen eine direkte Unterstützung der Stiftung dar.

Mit dem aktuellen Antrag der Stadtführung sollen rund 375 T€ an die Stiftung GK gezahlt werden. Angeblich um einen Mehraufwand auszugleichen, den die Stiftung durch die weitere Nutzung des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum hat. Der Antrag des OB stellt einen Verstoß gegen alle bisherigen Beschlüsse der SVV und der Bürgerhaushaltsvoten, die eine finanzielle Beteiligung der Landeshauptstadt am Kirchenbau ausschließen, dar. Auch rechtlich ist dieses Vorgehen bedenklich, da seitens der Stiftung Garnisonkirche kein Rechtsanspruch auf eine solche Zahlung besteht.

„Die Stiftung Garnisonkirche hat den bestehenden baulichen Einschränkungen, die abweichend zur Baugenehmigung zur Baufreiheit bestehen, selbst zugestimmt und diese somit billigend in Kauf genommen. Die Stiftung wusste zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zur weiteren Nutzung des RZ bis 31.08.2018 bereits, dass sie in 2017 mit dem Bau beginnen will und muss, damit sie überhaupt noch eine Chance hat, den Turmbau im Rahmen der gültigen Baugenehmigung zu verwirklichen“ erläutert Carsten Linke.

Die Stiftung Garnisonkirche hat darüber hinaus ein Sonderkündigungsrecht zur Nutzung des Rechenzentrums. Davon hat sie bisher – aus gutem Grund – kein Gebrauch gemacht. Da die statischen und baulichen Untersuchungen ergeben haben, dass der Bau des Turms ohne den Teilabriss/Abriss des Rechenzentrums möglich ist, besteht auch kein rechtlicher Anspruch auf finanzielle Unterstützung der kirchlichen Stiftung.

André Tomczak, Sprecher des Bündnisses Stadtmitte für Alle, betont: „Sollte das Ziel des Oberbürgermeisters wirklich die Sicherung der langfristigen Nutzung des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum sein, so muss eine klare vertragliche Vereinbarung die Grundlage des weiteren Vorgehens sein – und nicht bedingungsloses „Erkaufen von Wohlwollen“. Gegenstand eines solchen Vertrages könnte der dauerhafte Verzicht auf den Bau des Kirchenschiffes sein, aber auch der Rückkauf des Grundstücksanteils auf dem das Rechenzentrum steht.“

Mit der Rückübertragung würde die Stadt wieder die Entscheidungshoheit über die weitere Nutzung des Gebäudes und die Zukunft der Kreativwirtschaft erlangen.

__________

Foto oben (c) BI für ein Potsdam ohne Garnisonkirche